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Diese Vorteile bietet IIoT beim Supply Chain Management

Wer sich mit dem Industrial Internet of Things (IIoT) beschäftigt, hat nichts zu lachen. Diesen Eindruck erhält man zumindest, wenn man die Begriffskombination „IIoT lustig“ googelt. Der erste Treffer verweist dank fehlerhafter Interpretation der Suchmaschine auf „214 Bilder zu Idiot“ und beim zweiten, der mit dem Begriff Konnektivität beginnt, heißt es am Ende: „Es fehlt: lustig“.

Gerade im Supply Chain Management lassen sich die aktuellen Vorstellungen mit Blick auf IIoT gut umsetzen. Wer sich um die Optimierung von internationalen Warenströmen und um komplexe Logistik-Ketten vom Besteller über die Handelsplattform und den Lieferanten bis zum externen Lagerbetreiber und einem oder mehreren Logistik-Unternehmen kümmern muss, weiß, dass das Potenzial für Effizienzgewinne und Kostenreduktion hier nach wie vor groß ist. Unternehmen, Kunden, Lagerbetreiber, Lieferanten und Subunternehmer tauschen rege Daten aus: Bestelldaten, Sendungsinformationen, Ladelisten, Empfangsprotokolle, Zollpapiere, Rechnungen, Gutschriften – unterschiedlichste Informationen, die über diverse Formate, selbst programmierte Schnittstellen und heterogene Systeme hin und her geschoben werden. Medienbrüche – etwa mit ausgedruckten Frachtpapieren oder nicht kompatiblen Systemen – gehören immer noch zum Alltag.

Quick Wins in der Supply Chain

Kein Wunder also, dass ständig etwas schief geht, wenn Informationen über dutzende von Systemen mit hunderten von Softwareprogrammen in tausenden von Versionsnummern versandt werden: Beim Kunden wurde das Produkt nicht ausgeliefert, weil das System die Hausnummer oder einen Teil des zu langen Straßennamens nicht übernommen hat. Dingolfing in Bayern etwa: Da gibt es die Bischöflich-Geistlicher-Rat-Josef-Zinnbauer-Straße. Oder die Lagerliste wurde nicht aktualisiert, weil der Server down war. Oder der Spediteur wurde beim Kunden Dank eines fehlerhaften Mappings nicht angekündigt. All das kostet Geld, Zeit und Nerven. Zudem frustriert es die eigenen Kunden. Wer bei IIoT also quick wins in Form von höherer Effizienz und allgemeinen Kostensenkungen im Blick hat, sollte hier ansetzen.

Hinzu kommt, dass im internationalen Datenaustausch Standards für Formate nicht immer gewährleistet sind. Da kommen schon mal Teile an, auf die man in der Produktion dringend wartet. Und wenn man den Karton öffnet, ist etwas Falsches drin. Wenn die Kiste zum Beispiel über die deutsche Niederlassung eines Herstellers aus Fernost geliefert wurde, sind guter Rat und schneller Service teuer. Diese und ähnliche Probleme entstehen, wenn die Datensysteme des Lagers in Fernost nicht mit den internationalen Niederlassungen kommunizieren können, Dateien auf ihrer Reise beschädigt werden oder Probleme mit individuell programmierten Schnittstellen zwischen deutschem Vertrieb und asiatischer Muttergesellschaft bestehen.

Mehr Kundenzufriedenheit, weniger Servicekosten

Die Optimierung funktioniert mit wenig Aufwand, indem softwaregesteuert die Zuverlässigkeit der Datenverfügbarkeit erhöht wird, wenn die eigene Software für Datenintegration die Daten weltweit auf den jeweiligen Servern zeitgesteuert automatisch abfragt und in die gewünschten Formate überträgt. Und wenn der japanische oder chinesische Server mal nicht erreichbar ist, erhält der IT-Leiter aus dem System heraus automatisch eine E-Mail oder SMS. Wenn das System zudem noch alternative Optionen als automatisierte Routinen erlaubt, erhöht die optimierte Vernetzung die Kundenzufriedenheit und reduziert Servicekosten.

Dream Team: Datenintegration plus SCM

Hinzu kommt: Im nationalen und besonders im internationalen Handel müssen Daten richtig interpretiert werden, damit die richtigen Produkte zur richtigen Zeit in der richtigen Anzahl am richtigen Ort sind. Zudem benötigen die deutschen Tochterunternehmen die zur Verfügung gestellten Daten manchmal auch noch in unterschiedlichen Formaten – etwa zur Speicherung in Sharepoint im xls-Format und gleichzeitig zur maschinellen Verarbeitung in XML oder EDIFACT. Auf diese Daten können dann wiederum Endkunden zugreifen. Anforderungen, die in multinationalen Konzernen zum Alltag gehören. Reibungslose Datenintegration mit einer professionellen Standardsoftware ist hier ein Muss. Eine passende SCM-Software, die daran möglichst unmittelbar anknüpft, ermöglicht im zweiten Schritt als effiziente Schaltzentrale heterogener Lieferketten die reibungslose Zusammenarbeit aller Partner.

Sauberes Supply Chain Management: hier stimmt die Chemie

Auch hier gilt, dass Programmieren den Aufbau von Strukturen regelmäßig behindert. Software, die lediglich konfiguriert und an die jeweiligen Bedürfnisse flexibel angepasst werden kann, ist klar im Vorteil. Eine rein konfigurierbare SCM-Portalsoftware hat im besten Fall die gesamte Lieferkette im Griff und verhindert Fehler. Zum Beispiel, wenn ein Chemiehersteller 2.500 Kilo Reinigungsmittel als Stückguttransport versenden möchte. Der Mitarbeiter des Chemieherstellers gibt dafür seine Daten selbständig in eine in der SCM-Software erstellte Webmaske seines Logistik-Dienstleisters ein.

Diese Webmaske besitzt genau die Felder und Funktionen, die der Logistiker für seine tägliche Arbeit benötigt und führt den Kunden durch die Bestellung. Verrutscht bei der Dateneingabe versehentlich ein Komma um eine Stelle, werden aus 2.500 Kilo schnell 25.000 Kilo. Viele Systeme erkennen solche Fehler nicht und schließen den Auftrag ab. Gut ist, wenn sich das SCM-System hier automatisch meldet und darauf hinweist, dass es diese Menge nicht mehr als Stückgut-Ladung versenden kann, denn diese darf nicht schwerer als 2.500 Kilo sein. So kann der Mitarbeiter die Fehlereingabe korrigieren. Und muss keinen Reinigungsmittelgroßhandel eröffnen.

Wer über IIoT beim Supply Chain Management nachdenkt, wird also sein System mit den Regeln für Stückgut-Versand ausstatten. Es kennt dann jedes Detail, das der Logistiker im operativen Geschäft beachten muss, etwa die Anzahl der Versandstücke, die zu verwendenden Packstückarten, maximale Länge, Breite und Höhe der Ladung sowie Laufzeiten und Abfahrtszeiten bei Exportsendungen. Die SCM-Software prüft dann jeden Kundenauftrag auf alle vorgegebenen Parameter, bei chemischen Gütern etwa zusätzlich die Unternehmens-Richtlinien für einen Gefahrgut-Transport.

Schlanke Auftragsabwicklung durch die Integration der gesamten Supply Chain ermöglicht damit auf der aktiven Seite Effizienzgewinne und positive Kosteneffekte. Darüber hinaus sollte die SCM-Software auch eine passive Unterstützung bieten, indem sie Widersprüche jeder Art erkennt. Gibt ein Kunde etwa an, dass der Logistiker die Ware am nächsten Tag ausliefern und ihn einen Tag vorher telefonisch benachrichtigen soll, ist das technisch nicht möglich, da die Ware über Nacht transportiert wird. Die SCM-Software sollte den Kunden sofort darauf aufmerksam machen. So erkennt der Nutzer sofort, welche Zusatzoptionen möglich sind und welche nicht. Damit reduziert man Nacharbeit und gestaltet die Transportprozesse effektiver.

Die wesentlichen Faktoren für Kosteneinsparungen und Effizienzgewinne sind bei der Optimierung der Supply Chain demnach Transparenz, einfache Bedienung, System-Schnelligkeit und die Möglichkeit, mit einfachem Konfigurieren jederzeit agil und flexibel auf zukünftige Anforderungen reagieren zu können.

10 Tipps, worauf Sie bei Supply Chain Management-Software achten sollten:

1. Grundsätzlich sollte eine gute Supply-Chain-Software wirklich systemübergreifend – also End-to-End – und innerhalb kürzester Zeit eingesetzt werden können; ohne Programmierkenntnisse beim Anwender. Wählen Sie eine Software, die vom Endanwender komplett konfigurierbar ist.

2. Testen Sie die von Ihnen bevorzugte Software und nehmen Sie nur eine Lösung in die engere Wahl, die einfach und intuitiv, zum Beispiel mittels Drag & Drop Funktionen, zu bedienen ist.

3. Stellen Sie sicher, dass das System in der Lage ist, wirklich alle Flüsse von Rohstoffen, Bauteilen, Halbfertig- und Endprodukten, alle Informationen jeglicher Systeme und Beteiligten entlang der gesamten Wertschöpfungs- und Lieferkette vom Rohstofflieferanten bis zum Endkunden – von Anfang bis Ende – einzubeziehen.

4. Achten Sie auf integriertes Datenmanagement, um die reibungslose Zusammenarbeit aller Partner einer Lieferkette zu ermöglichen. Wichtig: Die Systeme der Partner sollten unverändert bestehen bleiben können – national wie international.

5. Stellen Sie sicher, dass Ihnen intelligente Workflow-Technologien dabei helfen, die Benutzerinteraktionen auf ein Minimum zu reduzieren, um den Prozess durch eine hohe Automatisierung möglichst effizient zu gestalten.

6. Die SCM-Software muss inkonsistente Daten bzw. fehlerhafte Dateneingaben erkennen und entweder den Benutzer warnen oder noch besser automatisiert nach entsprechenden Regeln eigenständig beheben. Dies erspart Ärger und Kosten.

7. Eine ganzheitliche Zeitzonen-Unterstützung ermöglicht die einfache internationale Ausweitung des Einsatzgebietes.

8. Schön ist, wenn die Software Ihre internationalen Kolleginnen und Kollegen jeden Morgen jeweils in ihrer Muttersprache begrüßt. Mehrsprachigkeit ist in unserer globalen Welt ein absolutes Muss.

9. Die jeweiligen Geschäftsobjekte, wie zum Beispiel Lieferschein oder Sendung, müssen flexibel über Konfigurationen und ohne Programmieren in Prozesse, Masken oder Workflows eingebunden und auch wieder verändert werden können.

10. Achten Sie auf den Einsatz einer Standard-Software für Datenintegration und -management statt Eigenprogrammierung. Das spart Kosten und Nerven, wenn Prozesse geändert werden müssen. Und irgendwann müssen sie geändert werden.

 

Quelle: https://www.it-daily.net/it-management/industrie-4-0/20779-diese-vorteile-bietet-iiot-beim-supply-chain-management?start=2

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